Abschiedsrede für Eike Behrendt
Liebe Christiane, lieber Lennart, liebe Julia, liebe Familie, Freunde, Kollegen und Wegbegleiter von Eike.
Wir treffen uns heute hier in diesem schönen Ort am Zugersee, um Abschied zu nehmen von einem Menschen, mit dem wir uns alle auf je eigene Art verbunden fühlen. Es ist Eike selbst, der uns heute hier zusammenkommen lässt. Sein Lebenskreis hat sich am 21. Februar 2026 geschlossen. Eike, der sich in seinem Leben viel mit dem Thema Longevity beschäftigt hat - was kann man tun, um gesünder und länger zu leben. Er, der vieles auch befolgt hat und andere animiert, es ihm gleichzutun, wurde mitten im Leben von einer Krankheit völlig unerwartet ausgebremst und musste innerhalb weniger Wochen Abschied nehmen von allem, was ihm lieb war. Und wir alle müssen Abschied nehmen von einem Menschen, der uns wichtig und vertraut war.
„Solange man jemanden liebt, ist die Welt ein bisschen heller, einfach, weil es diese Person gibt.“
Mit diesen Worten habt ihr, liebe Christiane, Lennart und Julia, Freunde und Wegbegleiter von Eike zu dieser Feier eingeladen. Es ist euch ein Anliegen, dass nicht jeder für sich allein trauert, sondern dass wir gemeinsam diesen Weg des Abschiednehmens gehen. Wir wollen Eike in dieser Feier nochmals nahe sein, sein Leben würdigen und gleichzeitig einen tragfähigen Boden für uns alle gestalten, um im Anschluss unseren eigenen Lebensweg vertrauensvoll weiterzugehen. Diese gemeinsamen Stunden sollen Raum für Begegnungen und gemeinsames Erinnern schaffen – Raum, um zu trauern und einander Trost zu schenken.
All’ die einzelnen Kerzen, welche ihr zu Beginn für Eike angezündet habt, sind zu einem Lichtermeer geworden. Dieses Lichtermeer soll unsere Trauer etwas heller werden lassen. Wir wollen das Lichtermeer in dieser Feier füllen mit Erinnerungen, liebevollen Gedanken und Dankesworten. Es ist ein Lichtermeer, das Eike zeigt, wie sehr er geliebt wurde auf dieser Welt und zeigt, wie viel Licht und Klarheit Eike uns geschenkt hat.
Mein Name ist Simone Kuhn. Ich arbeite als selbständige Trauer – und Sterbebegleiterin und ein Aspekt meiner Arbeit ist das Gestalten von Abschiedsfeiern. So darf ich euch heute durch diese Feier begleiten.
Lebenswürdigung
Lieber Eike
Wir beide sind uns im Leben nie persönlich begegnet. In meinem Vorbereitungsgespräch mit Christiane, Lennart und Julia kommt mir ein aktiver, mutiger, kommunikativer und starker Mensch entgegen, ein Mensch, der immer mehr wollte, der den Erfolg für sich und Andere suchte.
Wachstum und langfristige, befriedigende Resultate waren dir wichtig. Dafür hast du von dir und deiner Umgebung viel verlangt, was dann und wann auch herausfordernd für deine Mitmenschen war. Du warst ein rationaler, analytischer Kopf, ein akribischer Schaffer und Denker, vielseitig interessiert und bist nie an der Oberfläche geblieben. Du wolltest allem auf den Grund gehen, in der Tiefe verstehen, erkennen und mitteilen – du wolltest herausfinden, was sich unter der Oberfläche versteckte. Woher dieser Antrieb des stetigen Verbesserns kam, weiss ich nicht, doch auf Grund des Austausches mit deiner Familie kann ich mir vorstellen, dass letztlich dahinter der Wunsch stand, die Welt ein kleines Stück heller und klarer zu machen.
Aufgewachsen bist du in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Weddingen hatte damals etwa 800 Einwohner. Ihr wart Zugezogene, eine Erfahrung, die du später auch in der Schweiz nochmals gemacht hast. Deine Eltern Dieter und Hille haben dir und Julia viele Freiheiten geschenkt. Ihr hattet ein offenes Haus und durftet jederzeit Freunde einladen. Toleranz, Liebe und Vertrauen waren wichtige Werte, welche du mit auf den Weg bekommen hast. Die Schulzeit war für dich nicht immer einfach. Bereits damals warst du ein Freigeist und dich anzupassen fiel dir schwer. So bist du immer wieder angeeckt. Mit dem älter werden wurde zum Glück auch dein Radius grösser und du fandest neue Freunde, die gerne Zeit mit dir verbrachten. Nach und nach bist du aufgeblüht und konntest deinen intellektuellen Wissensdurst mit dem Beginn des Studiums stillen. Nach einem kurzen Umweg hast du mit Germanistik, Anglistik und Geschichte eine Studienrichtung gefunden, welche den Grundstein für dein berufliches Tun in den letzten Jahren legte.
Bald schon hast du gemerkt, dass du nicht bloss ein Mensch mit einem ausgeprägten Forschergeist warst, sondern ebenso einer, der gerne andere lehren wollte, mit anderen eintauchen in Themen, andere animieren wollte, weiter zu kommen. Und so hast du dich auf vielfältige Art und Weise weitergebildet, als Coach, Trainer, Moderator. Lernen war deine Leidenschaft und du hast das Gelernte immer sofort ausprobiert. Scheitern war für dich kein Drama, sondern Ansporn zu lernen und es nochmals zu versuchen. Teamprozesse haben dich interessiert und zusammen mit deiner offenen, kommunikativen Art hast du bei Roche in 2008 endlich eine Position gefunden, die ganz auf dich zugeschrieben war.
Wer so viel denkt und arbeitet, der braucht einen Ausgleich. Diesen hast du in verschiedensten Aktivitäten gefunden. Du liebtest das Wandern, spieltest Tennis, hast gerne geangelt und für Familie und Freunde gekocht. An den Wochenenden warst du glücklich, mit deiner Familie und Freunden in der Natur unterwegs zu sein und dann gemeinsam etwas zu essen. Dir war qualitativ hochwertiges Essen wichtig, und dies bis ganz zum Schluss. In den Zeiten, wo es dir etwas besser ging, konnte das Unispital deinen Anforderungen diesbezüglich nicht gerecht werden, so dass du der Fachfrau aus der Hotellerie einmal gesagt hast: „Die Ärzte versuchen, mein Leben zu retten, aber mit dem Essen hier bringen Sie mich um.“ Offen und direkt, wie man dich kennt. Die Idee, dass Familie und Freunde Essen mitbringen können oder du an Tagen, wo es dir drum ist auch im Spital über UberEats Essen bestellen kannst, hast du dann ab sofort ausgiebig umgesetzt.
Die letzten zwei Jahre waren beruflich deine glücklichsten. Du hast vor allem Führungskräfte und ihre Teams in ihrer Weiterentwicklung unterstützt. Deine langjährige Erfahrung, dein grosser Fundus, dein Wissen, deine Fähigkeit, auch unangenehme Wahrheiten auf gute Art anzusprechen, dein Talent, Essenzen herauszuschälen und so ganze Führungsteams weiterzubringen haben dich erfüllt. Du warst angekommen. Man hat dich gerne um Rat gefragt. Dass man dich gerne als Coach und Moderator angefragt hat, hat wohl ebenfalls damit zu tun, dass du auch ungeschönt ehrlich mit dir selbst warst. Irgendwann hast du gemerkt, dass du zeitweise etwas überheblich und belehrend zu den Mitmenschen warst. Das wolltest du nicht und du hast verstanden, wie wichtig ein wertschätzender, respektvoller Umgang mit den Menschen ist. In deinen eigenen Worten gesagt: „Ich habe verstanden, dass ich die Teams einfach etwas lieben muss, anstatt sie zu belehren, und dann schaffen wir vieles.“ Diese Einsicht hat dich weicher und menschlicher werden lassen.
Wer denkt, dass du mit dem Eintritt ins Spital und trotz Schmerzen und Leiden deine Berufung aufgegeben hast, der irrt sich. Führungsteams konntest du nicht mehr begleiten, doch warum nicht Ärzte und Pflegende zum Nachdenken motivieren? Und so kam es, dass du im Unispital zu den Patienten gehörst, an die man sich noch lange und gerne erinnern wird, nicht bloss wegen der UberEats-Bestellungen, sondern auch wegen Fragen wie: „Was motiviert Sie, diese Arbeit zu tun? „Warum genau ist es die Palliative Abteilung“. „Woher nehmen Sie die Kraft, all diese Schicksale zu verarbeiten?“ Eike, du hast noch in deinen letzten Lebenswochen dazu beigetragen, Menschen zu ermutigen, auch wirklich ihrem Herzen zu folgen.
Im Leben eines Menschen gibt es verschiedene Lieben: die Elternliebe, die Geschwisterliebe, die erste Liebe und dann die ganz grosse Liebe.
„Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah“. Dies war das erste Buch, welches du deiner grossen Liebe Christiane geschenkt hast. Dieses Buch hat Christiane dir ins Spital gebracht und aus diesem Buch hat sie dir eine letzte Geschichte vorgelesen. Zum Glück hast du dein 100%iges Mädchen nicht, wie in der Geschichte, ziehen lassen. Im Gegenteil, du hast dein Herz für sie geöffnet, und seit 2004 geht ihr gemeinsam euren Lebensweg. Ihr habt 2007 geheiratet und 2012 wurde eure Liebe mit einem neuen Leben beschenkt. Lennart und Christiane waren dein Ein und Alles. Du hast deiner Frau sehr oft den Rücken für ihren beruflichen Weg freigehalten und sie unterstützt, wo du nur konntest. Die Zeit mit Lennart war dir eine Freude und du warst stolz auf ihn. Du hast immer danach gestrebt ein besserer Vater zu sein und versucht, viel Zeit mit Lennart zu verbringen. Damit, dass er dich ab und zu etwas peinlich fand, konntest du gut umgehen.
Die letzten Monate waren für euch drei besonders einschneidend. Euer Leben musste neu sortiert und organisiert werden, an keinem Morgen wusstet ihr, was auf euch zukommen wird. In dieser Zeit hast du dich nochmals neu in Christiane verliebt. Ihr habt viele, ehrliche und tiefe Gespräche miteinander geführt, das hat dich erfüllt Du hast eine grosse Wertschätzung für das gelebte, aktuelle und zukünftige Leben von Christiane und auch von Lennart empfunden. Vieles war geklärt und du hast deine Liebsten wissen lassen, dass du zufrieden bist mit deinem gelebten Leben. Eine umfangreiche Bucketlist führtest du nicht, doch du wolltest kämpfen, für weitere Zeit mit ihnen.
Julia, deine Schwester hat dir gezeigt, wie Ungeklärtes noch liebevoll geklärt werden kann. Und so interessierte dich am Ende deines Weges nicht mehr das Alltägliche oder Berufliche. Deine Besucher hast du stattdessen gefragt, ob alles geklärt sei zwischen euch, ob es etwas gibt, was noch vergeben werden will. Bis zum Schluss gabst du Familie und Freunden den Rat, mehr Zeit mit ihren Lieben zu verbringen und ihre Bucketlist nicht aufzuschieben. Nicht in der Reflektion zu verharren war dir immer sehr wichtig, und so findet ihr auf den Tischen Karten mit Fragen für eure Gespräche im Anschluss an diesen offiziellen Teil, die euch anregen, seinem Rat zu folgen. Und - du hast immer wieder um schöne Erinnerungen gebeten: «Gib mir noch eine schöne Erinnerung»…
Anekdoten
Ihr alle habt eure eigenen Erinnerungen an Eike und wurdet eingeladen, diese schriftlich festzuhalten und der Trauerfamilie zu geben. All diese Texte, Anekdoten und Gedanken werden Julia und Christiane zu einem Buch zusammenstellen, damit Lennart auch im späteren Leben Erinnerungen an das facettenreiche Leben seines Papas hat.
Stellvertretend für all die persönlichen Beiträge teilen einige Wegbegleiter von Eike ihre Erinnerungen mit uns.
Mögen nun all jene, welche eine Anekdote für uns geschrieben haben, nach vorn kommen und ihre Blume zu Eikes Bild legen.
Nina, FreundinEike war ein Fischer, das sagte er über sich selbst, und er meinte es ernst. Die ganze Familie Behrendt besuchte uns 2 Sommer auf Ramsö, einer Insel im Stockholmer Archipel, wo wir den Sommer in unserem Ferienhaus verbringen. Eike ging oft auf die Stege in der Bucht, in der wir wohnen, und beobachtete verschiedene Fische, die nahe am Ufer schwammen, um zu verstehen, was er vom Meer in der Nähe erwarten konnte, was potenzielle Fischfänge anging. Er fuhr oft mit unserem kleinen Boot mit Außenbordmotor hinaus, um sich auszuprobieren. Er kam aber meistens mit leeren Händen zurück. Bis zu seinem Geburtstag im Juli 2024. Da machte sich Eike auf den Weg und kam mit einer grossen Meerforelle zurück, die wir zum Mittag essen durften. Sein Lächeln reichte von West nach Ost. Als wäre es so vorgesehen, wie ein Geburtstagsgeschenk. So werden wir uns an Eike erinnern, als einen Mann, der nah an der Natur lebte und sich freute wie ein neugieriges Kind, als er einen Fisch fangen und ihn zum Mittag am Geburtstag essen durfte. Das ganze Leben sollte sich um diese Freude drehen. Er erinnerte uns daran. |
Kai, Freund
Eike: Die Ein-Mann-Stiftung-Warentest |
Peter & Anja, Kollegen
Wir sind Eikes direkte Kollegen und in seiner letzten beruflichen Station haben wir eng zusammen gearbeitet. |
Dirk, Freund
Was mir allerdings immer als erstes in den Sinn kommt, sind unsere unzähligen gemeinsamen Kilometer beim Joggen - viele entlang des Neckars. |
Freia, FreundinMein Mann Jan und ich sind Teil von Kochen & Kids. Drei Paare, damals aus Mannheim, mit Kindern, alle im November 2012 geboren. Paare, die festgestellt haben, dass Frauen eine wichtige berufliche Laufbahn und Kinder haben können. Männer, die ihre Familien und Frauen unterstützen und gleichzeitig auch ihren beruflichen Weg machen können. Männer, die alle gern genießen, kochen und schmecken. Eike war einer, der Jan und mich nachhaltig geprägt hat in Bezug auf genießen, kochen und schmecken. Eike war es in Kochen & Kids, der uns zum ersten Mal im Leben Austern mit Chili serviert hat, der mit großer Sorgfalt und Bedacht Chicken Kung Pao vorbereitete und abschmeckte und dabei immer wieder auch seine Ruhe einforderte. Die Qualität des Essens zeigte, dass die Ruhe tatsächlich essentiell war. Wir können uns genau erinnern, wie wir in Feudenheim in der Wohnküche saßen und Chilis schnitten für dieses sorgfältig vorbereitete Gericht. Während des Chilischneidens krochen die Babies auf dem Boden unter dem Tisch, nahmen heruntergefallene Stücke (nicht von den Chilis, sondern von Kartoffeln und Käse) in den Mund und mampften. Und so ging es weiter: Jan wurde inspiriert, auch asiatisch scharf zu kochen, und ich schenkte ihm Woks. Wir fingen, an Chiliöl selbst zu machen und kauften internationale Kochbücher wie „Every Grain of Rice“, alles nach Maßgabe von Eike. Nicht nur auf uns hat Eike diesen nachhaltigen Effekt der Achtsamkeit gegenüber Essen, Leben und Bedürfnissen. Auch unsere Kinder haben einen nachhaltigen Eindruck erhalten: Wim hat nach dem Tod stark weinen müssen. Er sagte: „Mein wichtigstes Vorbild im Bezug auf Kochen ist jetzt tot. "Was soll ich jetzt machen?“. Ich habe ihm darauf geantwortet, dass Eike sicherlich gerne gehabt hätte, wenn er, Wim, unser Kind mit dem Herzen und den Händen eines Koches und Genießers, weitermachen würde mit Kochen und alles Mögliche an Kombinationen ausprobieren würde. Joris hatte es nicht so mit dem Kochen, aber als wir an Silvester Eike mehrmals im Krankenhaus besucht haben, hat er alle Gefühle, die er für Eike, für Christiane, für Lennart und unsere gemeinsame Freundschaft hat, aufsteigen lassen. Und gleichzeitig hat Eike ihn trösten können, und hat geschätzt, dass Joris in der Lage war, diese Gefühle zu äußern und ausgedrückt hat, was alle fühlen. Wir alle in der Familie erinnern uns sehr gerne an die wundervollen Tage in Hünenberg, wo wir in den letzten 3 Jahren über Gott und die Welt, die Kinder, Familie, Beruf und Partnerschaft reden konnten, und gleichzeitig immer das genießen, kochen und schmecken mit dabei war. Ich erinnere mich gerne an das sehr achtsame und intensive Zuhören von Eike, seinen unbedingten Willen, zu beraten und zu unterstützen und seine Erfahrung weiterzugeben, und auch seine Ausdauer, kritisch zu hinterfragen. Diese wertvollen Erinnerungen an die Innigkeit und Konzentration, die Eike uns immer wieder gezeigt hat, wollen wir in Zukunft bei weiteren Besuchen hier immer wieder aufleben lassen. |
Hans, Tennis-KollegeWir schätzten Eikes ehrliche und direkte Kommunikation. Seine Leidenschaft zum Tennis war immer unmittelbar spürbar. Beim Zusammensitzen nach den Spielen war Eike immer vollen Lobes für jeden Einzelnen im Team und viel weniger wohlwollend mit sich selbst. Wenn er mal nicht selbst im Einsatz stand, unterstützte er das Team möglichst vor Ort und wenn ihm das nicht möglich war, via Chat. Diejenigen, die mit Eike in engerem Kontakt waren, schätzten besonders auch sein Interesse am Kern der Dinge. Eike war besonders an den Persönlichkeiten und Hintergründen ehrlich interessiert und scheute nicht vor direkten Fragen 😊. Wer ein tiefgründiges Gespräch suchte, war richtig bei Eike. Apropos Kern der Dinge: Etwas, woran ich mit einem Schmunzeln zurückdenke, ist ein gemeinsames Vorbereiten eines Abendessens, Knoblauchschneiden ist eben nicht nur Knoblauchschneiden…. Normalerweise oute ich mich nicht sofort als pedantisch, chirurgisch exakt präziser Knoblauchfeinschneider, doch wusste ich, dass wir beide uns sofort einig würden, wie der Knoblauch zu schneiden ist und, dass selbstverständlich der Strunk entfernt werden muss, auch wenn er nicht grün ist… Bis ins kleinste Detail mit Liebe dabei… ja das mochte und schätzte das Team (und ich persönlich) sehr. Herzliche und liebe Grüsse vom Tennisteam |
Julia, Schwester
Ich erinnere mich so gerne an unsere jährlichen Familienurlaube in Kroatien. 3 Wochen, geprägt von ganz viel Freiheit, Spielen, Lesen, Zelten in schönster Natur, Sonne, Schwimmen im Meer und Bootfahren. Warum ich diese Erinnerung teilen wollte: Eike und ich waren uns nicht nur vom Alter her sehr nah. Manchmal hat die Nähe auch zu Streit geführt, aber das hörte mit ca. 16 Jahren auf (unsere Eltern waren erleichtert). Wir konnten uns immer und in Allem aufeinander verlassen. Wir waren bis zum Schluss füreinander da und dafür bin ich so dankbar. |
Stefan, Freund
Eike war gerne auf der Rigi unterwegs. Ich eher auf der Kaltbad Seite, er auf der Scheidegg Seite. Er schwärmte mir in den letzten Monaten vom Scheidegg
vor. Also, am 23. Januar, einem Freitag, fuhr ich das erste Mal auf Scheidegg. |
Schlussgedanke
Das Lichtermeer, die Blumen und Worte erinnern uns daran, was Eike in uns angeknipst und zum Blühen gebracht hat. Eikes Eltern, Dieter und Hille, sind in den Jahren 2016 und 2018 gestorben. Damals meinte er, jetzt stehen wir zuvorderst in der Reihe. Wenn auch die Reihenfolge stimmt, so kommt Eikes Tod zu früh. Er hinterlässt eine grosse Lücke, die niemals gefüllt werden kann und auch nicht gefüllt werden muss.
Als analytischer Mensch war es für Eike eher unrealistisch, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht. « Who knows». Ja, wer weiss das schon. So richtig wissen und beweisen können wir es wohl wahrlich nicht. Da gibt es jedoch auch noch dieses andere «Wissen», dieses innere Wissen, dieses Wahrnehmen, Ahnen, Vertrauen. Zum Glück müssen wir nicht entscheiden, welchem Wissen wir den Vorrang geben wollen. Wir dürfen dem Leben vertrauen, dass es schon weiss, wie Werden-Sein-Vergehen geht.
Dich als Lebensbegleiter an unserer Seite müssen wir gehen lassen. Gleichzeitig bleibst du in uns lebendig, wenn wir von dir erzählen, Fotos anschauen, ehrliche und tiefe Gespräche führen, etwas kochen oder gemeinsam in der Natur unterwegs sind. Inspiriert von Lennart, der Eikes Namen gern an einem besonderen Platz verewigt wissen möchte, wird es schon ganz bald eine Bank auf der Rigi Scheidegg geben, die Eikes Namen tragen wird. Hier hat er die Natur und den Ausblick ganz besonders genossen und hier könnt ihr seiner gedenken.
In diesem Sinne ermutige ich euch, liebe Familie und Wegbegleiter immer wieder einzutauchen in gemeinsame Erinnerungen. Lacht gemeinsam, weint zusammen, erzählt einander von der Zeit mit Eike. So könnt ihr euren Weg weitergehen, mit ihm in euren Herzen.
Dank
An dieser Stelle sage ich noch danke – dir Eike für dein Licht, welches du in deinen 58 Lebensjahren unserer Welt geschenkt hast. Euch liebe Christiane, lieber Lennart, liebe Julia, für unser Miteinander, diese Feier vorzubereiten und zu gestalten. Allen, die ihre Erinnerungen an Eike in Worte gefasst und aufs Papier gebracht haben. Und euch allen, die ihr heute gekommen seid. Eike hat sich als Zugezogener in der Schweiz manchmal gefragt, ob sie als Familie genügend sozial eingebunden sind. Jetzt, in den letzten Monaten seines Lebens, merkte er, wie eingebettet er und seine Familie hier sind. Das hat ihn tief berührt.
Viele Worte, Gedanken und geteilte Erinnerungen an Eike haben unser Herz berührt. Ein enger Wegbegleiter von Eike hat ihm ein persönliches Lied geschrieben und aufgenommen. Gemeinsam hören wir zum Schluss diesen Song – ein Song für Eike.
Eikes Song
Dieses Lied brachte nochmals auf berührende Weise hervor, wer Eike war. Kommt auch ihr jetzt miteinander ins Gespräch und erzählt einander, wie ihr mit Eike im Leben unterwegs wart, was euch geprägt hat, welche Spuren er in euren Herzen hinterlässt. Mit auf den Weg darf ich euch Eikes letzten Wunsch, seine tiefe Einsicht, welche der Sterbeprozess ihm geschenkt hat, geben:
Investiert in ehrliche Beziehungen, schiebt nichts auf und versteht:
Am Ende zählt nur die Liebe.